Dive Inside - Tauchclub Zofingen

Direkt zum Seiteninhalt

Dive Inside

Vorschriften Tauchlampen

Stellungnahme von SHARKPROJECT zum Haivorfall bei den Brothers Ende Oktober 2018
                    
                                                                                                                            
SHARKPROJECT hofft zunächst, dass es dem verunfallten Taucher den Umständen entsprechend gut geht. Wir wünschen ihm von ganzen Herzen gute Besserung. Unser Mitgefühl gilt ihm, der er sein Bein verloren hat*, und seiner Familie. Wir hoffen nach diesem Unfall auf eine neue Auseinandersetzung über den Umgang mit den Weißspitzenhochseehaien an den Brothers, Deadalus und Elphinstone, dem Roten Meer. Sie sind so wichtig für dieses Ökosystem!
Das letzte, was SHARKPROJECT nun möchte, ist eine Hetzjagd auf den „Übeltäter“, bei der alle anderen Haie in der Umgebung pauschal auch mit zum Tode verurteilt werden. Das hatten wir schon vor Jahren. Das nützt gar nichts! Das Problem sind nicht die Haie, das Problem ist wieder einmal der Mensch. Hier sind wahrscheinlich auf ganzer Linie viele Fehler passiert. Unsere alten Forderungen, das Hai-Tauchen an den Brothers, Daedalus und Elphinestone endlich besser zu regeln, stehen immer noch im Raum.
Zunächst muss man die Natur des Longimanus verstehen. Der Longimanus ist eine Hochseehaiart, die genauso wie alle anderen Hochseehaie jede Gelegenheit für das eigene Überleben wahrnehmen muss, Futterquellen zu erschließen. Hinzu kommt, dass wir Taucher uns (im Maßstab eines Longimanus ) nicht wirklich schnell im Wasser bewegen, somit leichte Beute sein können.
Die politische Lage in Ägypten ist heute soweit wieder stabil, dass die Taucher zurückkehren und Geld in die Kassen der Hotels, Flotten und Dive Center fließen lassen. Das hat zur Folge, dass an den Offshore Divespots wie den Brothers und Deadalus teils 10, manchmal sogar bis zu 20 Schiffe gleichzeitig liegen. Und auch hier müssen wir  leider von eigenen Erfahrungen berichten: inklusive Hähnchenschenkeln, die an Seilen zur puren Belustigung der Touristen ins Wasser geworfen wurden, um die Longimani für gute Fotos in die Nähe des Schiffs zu locken. Auch sind uns Berichte bekannt, nach denen einige Schiffe tierische Abfälle über Bord kippen.  Fundierte Briefings an diesen Offshoretauchplätzen, die auf Hai-Begegnungen vorbereiten, fehlen in Ägypten in der Regel. Alles Umstände, die SHARKPROJECT seit Jahren kritisiert und scharf verurteilt.

Ein Festmahl für die Haie! Und wie wir wissen, lernen Haie sehr schnell und gut, da sie intelligent sind. Wo Safariboote sind, da ist Futter.
Bei der Betrachtung des Videos kann man feststellen, dass es sich um ein Austauchen in der Nähe der Schiffe handelt. Etwa 15 bis 20 Taucher absolvieren ihren  Safetystop, Taucher kommen an, Buddyteams sind nur noch schwer zuzuordnen. Ein wild verstreutes Trüppchen an Tauchern, die den Longimanus am Anfang augenscheinlich recht entspannt wahrnehmen…
Man kann sehr deutlich in den kursierenden Videos erkennen, dass der Hai vornehmlich an zwei Tauchern interessiert ist. Die beiden tragen kurze Tauchanzüge, so genannte Shorties. Hiermit bietet ihre Silhouette einen guten Kontrast. Auf solche Kontraste, die Beutefischen ähneln, reagieren Haie nachweislich häufiger. Hieraus entwickelt sich eine sehr ernste Auseinandersetzung zwischen dem Longimanus und einem der „Shorty-Taucher“. Augenscheinlich ist der Longimanus gestresst oder hungrig und auf der Suche nach dem nächsten Opfer. Dieses erkennt das Tier schließlich in dem Sidemount-Taucher, der mit dem ganzen Drumherum augenscheinlich nichts zu tun hat und die ernste Situation nicht erfasst. Der Hai kann sich dem Taucher von hinten nähern und nutzt die Gelegenheit zuzubeißen. So interpretieren wir die Videosequenzen. Die weiteren Ermittlungen müssen die Behörden vor Ort führen. Das ändert aber nichts an dem Schaden, den das Opfer hat, eben jener Taucher, der sein Bein durch diesen tragischen Unfall verloren hat*.

Was können wir daraus für die Zukunft lernen? Wir müssen uns bewusst sein, dass wir im Roten Meer im Revier des Longimanus tauchen gehen, einem Hochseehai, der einerseits von seiner Natur her ein schneller Jäger ist und der zudem durch das Verhalten der Flotten und Taucher vor Ort konditioniert wurde. Letzteres ist definitiv ein Fehler des Menschen, der gut zu machen sein wird.

Wir begeben uns in das Revier des Hais! Als sollten wir uns entsprechend vorsichtig verhalten und zwar alle: Taucher, Tauchguides, Flotteneigner, Tauchbasenbesitzer und Verantwortliche bei den Behörden. Ausbildung ist hier das wichtigste! Hieran fehlt es offensichtlich in allen Gruppen.
Fest steht daher auch: das Töten des jeweiligen Tiers, sollte man den Hai überhaupt identifizieren können, wird das Problem nicht beseitigen, es wird es nur zeitweise verlagern, bis zum nächsten gravierenden Unfall.

Überdenken wir unser Handeln und lernen für die Zukunft. Bilden wir Taucher als, dann werden solche Szenen in Zukunft vielleicht vermeidbar sein, auch wenn immer ein Restrisiko für Menschen im Meer bestehen bleiben wird. Das ist Mutter Natur und das Zuhause eines Carcharhinus longimanus!
Friederike Kremer-Obrock, Sharkproject Germany

*) Anmerkung: Es gibt widersprüchliche Angaben aus Ägypten zum Umfang des Unfalls. Manche Quellen sagen, dem Taucher sei das stark beschädigte Bein im Krankenhaus amputiert worden (so auch unser erster Informationsstand), andere Quellen sagen, er habe eine Wade verloren, der Rest des Beins sei gerettet worden. Wir können hier und heute keine eindeutige Aussage treffen und stellen dies daher klar.
Touristen sollten nicht mit Delfinen schwimmen

Das Schwimmen mit Delfinen im Roten Meer gefährdet das Überleben der Meeressäuger, warnt die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) aus München. Besonders in touristisch beliebten Ausflugsgebieten vor Hurghada und beim Sataya-Riff ist die Situation, trotz klarer Regelungen, außer Kontrolle.

Bootshorror für Delphine - ein leider typischer Touristenausflug mit Delphinschwimmen

„Es ist absehbar, dass Delfine hier allein wegen hemmungsloser Profitgier von Touranbietern aus ihren Lebensräumen vertrieben werden“, erklärt GRD-Biologe Ulrich Karlowski. Die GRD appelliert daher dringend an alle Reisenden, die einen Ausflug zu den Delfinen im Roten Meer planen, auf keinen Fall mit den Tieren zu schwimmen und stattdessen auf Dolphin-Watch-Touren auszuweichen.

Delfine werden gejagt, eingekreist, von Bootspropellern verletzt

Es ist durchaus üblich, dass sich 30 oder mehr Touristenboote gleichzeitig bei den Delfinen aufhalten, die sich, von der nächtlichen Jagd zurückkehrend, zum Ruhen und Schlafen in seichte Gebiete und Halblagunen zurückziehen. Die Tiere werden von den Booten und Begleit-Zodiacs eingekreist. Sie werden unter Wasser während ihrer Schlafphase von herabtauchenden Guides aufgestöbert und von unzähligen im Wasser befindlichen, johlenden Touristen verfolgt und angefasst.

Die Folgen sind dramatisch. Die Tiere vernachlässigen ihren Nachwuchs, kommen kaum noch zur Ruhe und verschwenden wertvolle Energie und Zeit beim Versuch, den Booten zu entkommen. Sie sind zunehmend erschöpft, ruhelos und stehen unter enormem Stress. Propeller von dicht an sie heranfahrenden Zodiacs zerfetzen ihren Rückenbereich. „Mit nachhaltigem, naturverträglichem Tourismus oder Naturtourismus haben diese Ausflüge nichts gemein“, sagt Ulrich Karlowski.

FTI Touristik und DER Touristik zeigen sich verantwortungsbewusst gegenüber dem Leid der Delfine
Verantwortungsbewusste Veranstalter wie FTI Touristik und DER Touristik gehen mit gutem Beispiel voran. Sie bieten ihren Kunden keine Ausflüge zum Schwimmen mit Delfinen bei Hurghada an. „Unternehmen wie die TUI oder Thomas Cook ummanteln sich zwar mit hübsch tönenden Nachhaltigkeitsstrategien und proklamieren ihre hohe Verantwortung gegenüber der Umwelt. Wenn es aber ans Eingemachte, an den konkreten Schutz von Tieren vor Leiden und Schäden geht, dann zeigt sich, dass es den Konzernen nur um schöne Worte und um ihren Profit und nicht um nachhaltiges Handeln geht“, betont Karlowski.

Erstmals in Ägypten: Regularien für nachhaltige und tierverträgliche Delfin-Mensch-Begegnungen

Im Kontext des von der GRD unterstützten Projekts „Delfinschutz im Roten Meer“ wurden im vergangenen Jahr erstmals in Ägypten Regularien für nachhaltige und tierverträgliche Delfin-Mensch-Begegnungen eingeführt. Neben einem für alle Anbieter verbindlichen „Code of Conduct“ wurden Schutz- und Ruhezonen eingerichtet und mit Bojen markiert, Workshops und Schulungen für Skipper und Anbieter durchgeführt und es finden Kontrollen von Rangern des Nationalparks statt. Doch leider scheitern diese Maßnahmen an der Umsetzung und am völlig uneinsichtigen Verhalten der Touranbieter.

Die GRD hat die TUI und Thomas Cook aufgefordert, das Angebot derartiger Delfinausflüge gleichfalls einzustellen und sich für ein Ende der Delfinquälerei im Namen eines angeblichen „Naturerlebnisses“ einzusetzen.
Seit 1864 auf dem Grund des Bodensees mehr


Besucherzaehler
Zurück zum Seiteninhalt